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April 2018
Nr. 230


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MEDIA BIZ digital


Gemeinsam sind wir stark

Unabhängig voneinander bringen Vertreter der Film- und Musikbranche beinahe zeitgleich politische Anliegen vor. Beide Gruppen weisen vor allem auf die prekäre soziale Lage von Künstlern und Künstlerinnen in Österreich und die mangelhafte Nachwuchsförderung hin.

Für die Anliegen der österreichischen Filmschaffenden setzen sich mit ihrem Positionspapier die beiden Regieverbände diesmal gemeinsam ein und für jene der Musikschaffenden der Österreichische Musikrat in Zusammenarbeit mit mica – music austria. Wenn auch unterschiedlich formuliert, gehen einige der Forderungen – was nicht wirklich überrascht - inhaltlich durchaus konform.
Immerhin – so steht es auch im Positionspapier der Regieverbände – ist die Marke „Österreichischer Film“ neben der Musik der erfolgreichste österreichische Kulturexportartikel.
Möge diese Übung gelingen, vielleicht mit zunehmend vereinten Kräften.

Die Zukunft des europäischen Musiksektors
In der am 21. März in Brüssel präsentierten „European Agenda of Music“ (http://europeanagendaformusic.eu) werden Strategien für die Zukunft des europäischen Musiksektors behandelt. Konkrete Aktionsvorschläge betreffen unter anderem die Nutzung neuer Technologien im Hinblick auf Publikumsentwicklung und Vermarktung von Musik, die Mobilität, Anerkennung und faire Vergütung von Kunstschaffenden sowie die europaweite Kooperation von Institutionen des Kulturlebens.
Um den Musiksektor für die Zukunft fit zu machen, besteht dringender Handlungsbedarf, darauf weist der Österreichische Musikrat (ÖMR) in einer Aussendung deutlich hin. Bei vielen Themen, wie etwa dem komplexen Bereich des Urheberrechts im Internet können nur im gesamteuropäischen Kontext Lösungen gefunden werden. Österreich als sprichwörtliches Musikland wäre wie kaum ein anderes EU-Mitglied geeignet, um das Thema bei der EU-Ratspräsidentschaft zu verhandeln.
Dringenden Handlungsbedarf sieht der ÖMR auch beim heimischen Musiksektor.

Die Europäische Agenda für Musik
Die Erstellung der Europäischen Agenda für Musik wurde auf breiter Basis vom European Music Council (EMC) koordiniert: Alle mit Musik befassten Gruppierungen der Gesellschaft wurden einbezogen. Musik wird als Kunstform, als Werkzeug und als Produkt gesehen. Strategien für die Zukunft des europäischen Musiksektors werden dabei anhand von drei Schlüsselthemen behandelt: Bildung, Diversität und gesellschaftliche Relevanz. Konkrete Aktionsvorschläge betreffen unter anderem die Nutzung neuer Technologien im Hinblick auf Publikumsentwicklung und Vermarktung von Musik, die Mobilität, Anerkennung und faire Vergütung von Kunstschaffenden sowie die europaweite Kooperation von Institutionen des Kulturlebens.
Michel Magnier, Direktor für Kultur und Kreativität der Europäischen Kommission verwies beim Launch Event am 21. März auf das EU Programm „Music Moves Europe“ und betonte die Bereitschaft, die schöpferischen und integrativen Kräfte der Musik stärker als bisher zu
fördern. Helga Trüpel vom Komitee für Kultur und Bildung des EU Parlaments artikulierte einmal mehr die Entschlossenheit, von den großen US-amerikanischen Medienkonzernen die Versteuerung ihrer Umsätze in jedem EU-Land einzufordern.
Der Österreichische Musikrat (ÖMR) unterstützt die Europäische Agenda für Musik.

Sieben Forderungen des Musiksektors an die Bundesregierung
Gemeinsam mit dem österreichischen Musikinformationszentrum mica – music austria hat der ÖMR – auf ebenso breiter Basis – sieben Kernforderungen des österreichischen Musiksektors an die neue Bundesregierung verfasst. Beim Budget für aktuelle Musikformen, bei der prekären sozialen Lage von Künstlern und Künstlerinnen in Österreich und der mangelhaften musikalischen Bildung an Schulen sieht der Österreichische Musikrat besonders dringenden Handlungsbedarf. Bei anderen Themen wie etwa dem komplexen Bereich des Urheberrechts im Internet können nur im gesamteuropäischen Kontext Lösungen gefunden werden. Im zweiten Halbjahr 2018 hat Österreich die EU-Ratspräsidentschaft inne. Die Politik sollte diesen Anlass nutzen, um das Thema Musik ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen und dringend benötigte Maßnahmen zu beschließen, um den Musiksektor für die Zukunft fit zu machen.
Harald Huber, Präsident des Österreichischen Musikrats: „Die ‚European Agenda for Music‘ schafft eine Aufbruchsstimmung, die gesellschaftliche Relevanz der Vielfalt der musikalische Ausdrucksformen in Europa stärker wahrzunehmen und zu fördern.“
www.oemr.at
www.musicaustria.at

Positionspapier der Regieverbände
Im Rahmen des Film-Meetings auf der Diagonale haben Jenny Gand (A|D|A - austrian directors association) und Johanna Moder (Verband Filmregie Österreich.) – gemeinsam mit Kollegen und Kolleginnen anderer Verbände - die filmpolitischen Anliegen aus Sicht der Regieverbände präsentiert und die Kernpunkte des gemeinsamen Positionspapiers vorgestellt.
Das Fazit aller Vortragenden war: Wir brauchen einen starken unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk als Partner, die Vielfalt und Innovation des österreichischen Filmschaffens muss erhalten bleiben, und es braucht bessere sozialere Arbeitsbedingungen.
Dementsprechend wird im Positionspapier deutlich auf die wirtschaftliche Relevanz des heimischen Films hingewiesen und neben einem klaren Bekenntnis der Kulturpolitik zur filmischen Vielfalt, zu Diversität und einer Aufstockung der Mittel unter anderem auch die Entwicklung einer längst überfälligen Strategie zur Förderung des filmischen Nachwuchses gefordert.
www.diagonale.at/film-meeting-18-mittwoch

Die Sieben Forderungen des Musiksektors an die Bundesregierung sind auf www.oemr.at/fileadmin/OEMR/2018-02-28.Forderungen_des_Musiksektors_an_die_neue_Regierung.pdf und das Positionspapier der Regieverbände auf http://bit.ly/2FHmZc nachzulesen.
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