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März 2017
Nr. 219


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"Die beste aller Welten"
Fotos: Ritzfilm
Berlin ist Berlin

Wenn der Chefredakteur eines Fachmagazins in seinem „zweiten Leben“ als Filmproduzent mit einem von der Filmpresse mehrfach als Meisterwerk bezeichneten Spielfilm auf der Berlinale Erfolge feiert, kann die Herausgeberin nicht umhin, diesen zum Interview zu bitten, findet Sylvia Bergmayer.

Der Debütfilm des Salzburger Regisseurs Adrian Goiginger „Die beste aller Welten“ ist die beinahe unglaubliche Geschichte einer glücklichen Kindheit eines siebenjährigen Buben, der sich von seiner Mutter geliebt weiß und ein Leben voller Abenteuer leben darf. Der Mutter gelingt es, geschickt vor dem Buben zu verbergen, dass sie, ihr Lebensgefährte (der Vater verstarb vor der Geburt) und der Freundeskreis der kleinen Familie drogensüchtig sind. Als der Grieche, ihr Dealer, in der Wohnung stirbt, kann sie die Realität nicht länger draußen halten. Jugendamt und Polizei werden aktiv, und die Mutter muss sich entscheiden.

Der Film beruht auf den Kindheitserfahrungen des Regisseurs und ist eine Hommage an seine 2012 an Krebs verstorbene Mutter, eine Liebeserklärung an die Liebe zwischen Mutter und Kind, an das Leben und ein Manifest über das, was im Leben wirklich wichtig ist.
Die Kritik überschlug sich bei der Berlinale vor Begeisterung, der Spiegel reihte den Film unter die 12 Highlights des Filmfestivals.
Am Festivalfreitag ging der erstmals vergebene Kompass-Perspektive-Preis für den besten Film des Programms an Adrian Goiginger mit der Begründung: „Der Regisseur, der hier seine eigene Kindheit erzählt, zeigt auf verstörend authentische Art einen scheinbar ausweglosen Kampf zwischen Mutterliebe und Sucht. Ob die Droge selbst oder aber der gesellschaftliche Umgang damit die größere Bedrohung für das Kind darstellen, lässt er offen. Deshalb berührt der Film mit seinem sensibel inszenierten, herausragenden Ensemble, ohne kitschig zu werden und geht mit seiner unprätentiösen Bildgestaltung unter die Haut, ohne voyeuristisch zu sein.“

„Die beste aller Welten“ lief auf der Berlinale in der Reihe „Perspektiven Deutsches Kino“.

Es gab Stimmen, die den Film eher im Wettbewerb gesehen hätten?
Wolfgang Ritzberger: In der Reihe „Perspektiven Deutsches Kino“ laufen vorwiegend Studentenfilme. Da Adrian an der Filmakademie Ludwigsburg studiert, sind wir dort gelandet, obwohl es definitiv kein Studentenfilm ist. Aber Berlin ist Berlin, und wir haben, glaube ich, maximale Aufmerksamkeit bekommen. In den Perspektiven hatten wir unsere Premiere am ersten Wochenende und somit maximale Aufmerksamkeit. Im Wettbewerb oder einer anderen Sektion wären wir sicher erst im Lauf der Woche gelaufen, und spätestens am Mittwoch packt hier jeder die Koffer und kommt erst zur Schlussgala wieder zurück. Wir haben das auch intern diskutiert, das war schon sehr, sehr gut so. Und was will man mehr, wir werden von den Zeitungen hier besprochen und gehypt, als ob wir einer wichtigsten Filme wären, die Medien haben sich nach der Premiere auf uns gestürzt. Ich bin so dankbar für alles, was wir hier erfahren durften, das war schon mehr, als wir uns je erhoffen durften. Und wenn ich mir unsere ersten Unterlagen ansehe, dann war das eine durchaus weite Reise, die ja noch nicht zu Ende ist.

Vom langem Atem, der die Realisierung des Films ermöglichte und Plänen, wie die Reise weiter gehen soll erzählt Wolfgang Ritzberger ab Seite 22 der aktuellen Ausgabe von MEDIA BIZ.
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