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Mai 2017
Nr. 222


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Nicht nur die Bilder und Erinnerungen erweisen sich in Sandra Wollners Film  Das unmögliche Bild als trügerisch, auch die vermeintliche Idylle im Haus der Großmutter...
Foto: Sandra Wollner
Keine Angst

Graz war heuer zum 20. Mal Austragungsort der Diagonale, der Leistungsschau des österreichischen Films, und gleichzeitig Jahr zwei des Intendantenduos Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber. Wolfgang Ritzberger war - selbst mit einem Film im Wettbewerb - vor Ort.

Diagonale ist Graz ist Frühling ist Film ist Liszthalle ist Kunsthaus ist Party ist Kino ist … ist einfach Diagonale. Und Diagonale ist seit letztem Jahr auch neu, und die Post-Pichler Ära ist nahtlos in das Höglinger-Schernhuber Zeitalter übergegangen. Barbara Pichler war heuer in ihrer Funktion als Geschäftsführerin und ebenso wie Gabriele Kranzelbinder für Projektentwicklung und Produktion bei der KGP – Kranzelbinder Gabriele Production GmbH zuständig in Graz. Gut für Gabriele Kranzelbinder, herzliche Gratulation.
Entsprechend schwer war auch das Erbe der beiden neuen Intendanten, denn Barbara Pichler hatte nun mal viele Fans – auch mich – die aber, so zumindest hatte ich heuer den Eindruck, nun restlos von der neuen Führungsriege überzeugt sind. Wenn Sebastian Höglinger bei der Eröffnungsrede Hansi Lang zitiert und damit das Motto der Diagonale, das er damit aber auch der gesamten Filmbranche auszurichten versucht, dann wirkt das nach: keine Angst.

Stichwort Eröffnung. Dass Michael Ostrowski witzig ist, wissen wir, dass er Grazer ist auch. Und mit Witz und leicht steirischem Einschlag  hat er die Eröffnung bewältigt. Die Anwesenheit von Bundespräsident Alexander van der Bellen, der zuvor zwei Promotionen sub auspiciies präsidentiis an der Grazer Uni beiwohnte und mit Schülern des akademischen Gymnasiums diskutierte, und von Kulturminister Thomas Drozda, dessen Terminkalender nicht so offensichtlich war, wurde als Wertschätzung für das Festival zwar registriert, aber lieber wäre uns gewesen, Thomas Drozda wäre am Mittwoch beim Branchentag dabei gewesen – dort hatte er sich dann, obwohl angekündigt, wegen einer Parlamentssitzung entschuldigen lassen. Aber vielleicht wird Johannes Krisch seinen Termin nutzen und ihm vortragen, was uns bewegt. Denn in seiner Dankesrede, er bekam den großen Schauspielpreis der Diagonale bei der Eröffnung verliehen, war sein einziger Bezug zur Politik die Bitte um eine Audienz beim Kulturminister. Mal sehen, ob was draus wird und ob Krisch nicht nur übers Burgtheater sprechen will. Denn das Haus am Ring, das war in seiner Dankesrede deutlich zu spüren, ist jener Ort wo Krisch sich so formen und bilden konnte, dass er der Krisch wurde, den wir heute auf der Leinwand sehen und bewundern. Er bedankte sich daher auch bei Kollegen, die ihn beeinflusst und geformt haben, die leider nicht mehr unter uns weilen, beim Karl-Heinz, beim Heini und, Gott sei Dank noch unter uns, bei Klaus-Maria, der ihm zum richtigen Zeitpunkt in den Arsch getreten hätte.

Von gewonnenen Erkenntnissen beim Film Meeting und von jungem, modernem, angstfreiem Kino berichtet Wolfgang Ritzberger ab Seite 25 der aktuelle Ausgabe von MEDIA BIZ.

Die nächste Diagonale findet von 13. bis 18. März wieder in Graz statt. www.diagonale.at
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