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Juni 2017
Nr. 223


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Foto: Sonovista
O-Ton-Company

Corporate Storytelling steht bei Unternehmen hoch im Kurs. Im Interview mit Gabrielle Schultz erzählt Marc Miletich, der mit seiner Firma Sonovista seit 15 Jahren Unternehmen und Organisationen dramaturgisch berät, was ein Wirtschaftsdramaturg von Alfred Hitchcock lernen kann.

Auf www.sonovista.com erfährt man, dass euer Expertenteam mit einem international erprobten Methodenset arbeitet, um das Management von Unternehmen bei der Lösung komplexer Kommunikationsaufgaben zu unterstützen. Was macht Ihr genau?
Die Grundidee von Sonovista im Jahr 2002 war, Entwicklungsprozesse in Gemeinschaften, Teams und Organisationen durch den gezielten Einsatz von Bewegtbildkommunikation zu unterstützen – und zwar messbar. Zunächst haben wir uns Veränderungsprozessen in sozialen Gefügen wie ländlichen Gemeinden oder auch Schicksalsgemeinschaften wie der Patienten-Ärzte-Forscher Gemeinschaft im St. Anna Kinderspital gewidmet. An diesen Projekten waren auch immer große Industrieunternehmen beteiligt wie die A1 Telekom Austria. In dem Kontext bestand bereits die Möglichkeit, die Idee von Gemeinschaft quasi weiterzudenken und dieses Umfeld mit einzubeziehen.

Im Sinne einer systemischen Organisationsentwicklung?
Systemische Organisationsentwicklung fokussiert ja auf die Prozesse, die zwischen den Mitgliedern, Gruppen und Teams einer Organisation bestehen, und zwar im Sinne einer zweck- und zieldienlichen Gestaltung von Kommunikation. Und in dem Kontext kann man sich die Frage stellen: Wie müssen Medien in diesem Zusammenhang konzipiert, produziert und eingesetzt werden, um einen positiven Effekt auf die Entwicklung zu haben? Um beispielsweise Stakeholder zu aktivieren und aus Betroffenen Beteiligte machen? Dabei war es uns immer wichtig, dass sich Effekte objektiv messen lassen, dass wir also einen bezifferbaren Wertbeitrag erzielen.

Mittlerweile betreut Ihr große Kunden wie Allianz, Bosch, Daimler oder die Erste Group.
Eigentlich sind wir über die großen Projektpartner in den Forschungsprojekten zu den ersten großen Business Accounts gekommen. Das Management hat einfach gesehen, was wir mit unseren Instrumenten in Bewegung setzen können. Dass wir tatsächlich Begeisterung auslösen können und zwar nachhaltig. So haben wir uns schrittweise mit den Herausforderungen großer Organisationen beschäftigt, vor allem im Kontext von Digitalisierung und Change.

Mit welchem Methodenset arbeitest Du?
Die Sonovista Arbeit basiert auf dem Methodenset der Wirtschaftsdramaturgie. Das ist ein umfangreiches Regelwerk, mit dessen Hilfe man Menschen in einen Veränderungsprozess emotional einbeziehen kann. Sonovista ist auf die Anwendung dieses Regelwerks, dieser Denkschule spezialisiert. Wir sind Vorreiter bei der Implementierung der wirtschaftsdramaturgischen Denkschule in Europa.

In Deinen Vorträgen arbeitest Du gerne mit Filmbeispielen von Hitchcock. Was kann ein Wirtschaftsdramaturg von Hitchcock lernen?
Abgesehen davon, dass Hitchcock ein herausragender Filmemacher war, ist er das Filmemachen wie ein Ingenieur angegangen. Er hat sehr genau die Platzierung von Signalen konstruiert, um einen ganz bestimmten Effekt beim Publikum auszulösen. Er hat immer gesagt, es gehe nicht darum, den Film zu bearbeiten, sondern das Publikum. Besonders aufschlussreich ist das rund 50-stündige Interview, das Francois Truffaut mit Alfred Hitchcock geführt hat.

Warum und wie Marc Miletich eine bestimmte berühmte Szene aus dem filmischsten Film von Hitchcock immer wieder einsetzt, von Kernproblemen und dramaturgischen Manipulationen in Change-Prozessen, von Emotionenraub und von ausgefeilten Messtools und dem Einsatz von Publikumsvideos berichtet er im Gespräch mit Gabrielle Schultz, nachzulesen ab Seite 30 der aktuellen Ausgabe von MEDIA BIZ.

Wirtschaftsdramaturgie
Das Methodenset der Wirtschafts-Dramaturgie (WD) dient zur Gestaltung veränderungsfördernder Interventionen. Zweck ist die gemeinsame Erreichung wirtschaftlicher Ziele. Wesentliches Merkmal ist die unmittelbare und tiefgreifende Wirkungsweise sowie die gute Messbarkeit. Anliegen werden klar, eindeutig und für die Betroffenen relevant kommuniziert. Verwender nutzen WD bei der Ausrichtung von Veranstaltungen oder von Bewegtbild-Beiträgen aller  Art.
http://wirtschaftsdramaturgie.wien/
www.sonovista.com
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