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FH-Prof.  PD  Dr.  Andreas  Gebesmair
Foto: Claudia Mann
Smart Data for Music Business Administration

Beim Projekt SAMBA (Smart Data for Music Business Administration) arbeiten WissenschaftlerInnen der Departments Medien und Wirtschaft sowie Medien und Digitale Technologien der FH St. Pölten an einem Verfahren, das der Musikindustrie das Auswerten der Kommentare in sozialen Medien erleichtern soll.

Die ForscherInnen verwenden und entwickeln dazu kontextbasierte Analysemethoden und Verfahren zum Strukturieren und Visualisieren der Daten. „Wir setzen dazu auch semantische Techniken ein, die den Inhalt von Texten automatisch erkennen können, etwa im Rahmen einer sogenannten Sentiment-Analyse, die positive Meinungen und Kommentare von negativen unterscheiden kann“, erklärt Andreas Gebesmair, Leiter des Projekts sowie des Instituts für Medienwirtschaft der FH St. Pölten.

Lebenszyklus von Liedern beurteilen
Mit diesen Daten sollen MusikmanagerInnen den sogenannten “Artist Life Cycle“ beurteilen können und damit etwa, ob die Beliebtheit eines Liedes sinkt oder ob es noch Potential hat.
In einer Vorstudie wurde erhoben, welche Möglichkeiten des Social-Media-Monitorings es für die Musikindustrie bereits gibt. „Bestehende Programme schauen vor allem auf Statistiken zu Views, Likes und Engagement. Unser Projekt geht weiter und konzertiert sich auch auf den Inhalt der Kommentare“, sagt Gebesmair.

Für das Projekt haben die ForscherInnen in Interviews mit Akteurinnen und Akteuren der österreichischen Musikwirtschaft den Bedarf nach solchen Analyseinstrumenten erhoben. „Genutzt werden im Projekt nur öffentlich zugängliche Daten. Mit einem Account auf den einzelnen Plattformen wäre noch mehr an Information zugänglich“, sagt Gebesmair. Ausgewertet werden auch nur Informationen und Inhalte von Kommentaren, die sich direkt auf Lieder beziehen – nicht etwa welche zu von den Künstlerinnen und Künstlern veröffentlichten Katzenfotos.

Kein Ersatz für persönliche Kontakte
Das Programm soll auch automatisch generierte Kommentare und Aktivitäten durch sogenannte Bots von Kommentaren durch Menschen mit realen Accounts unterscheiden können. So können zum Beispiel viele Likes bei wenigen Aufrufen des Profils oder Lieds ein Hinweis auf die Aktivität von Bots sein.
„Und das Analyseprogramm soll keineswegs Musikmanagerinnen und -manager ersetzten. Aber es soll sie in ihren Entscheidungen unterstützen. Die menschliche Komponente ist im Musikgeschäft sehr wichtig,“ sagt Gebesmair.

Das Projekt SAMBA wird vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft im Rahmen der COIN-Programmlinie „Aufbau“ finanziert. PartnerInnen im Beirat des Projekts sind VertreterInnen von radio 88.6, Universal Music, TU Wien, VTMÖ (Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen, Musikverlage und MusikproduzentInnen Österreich) sowie die JKU Linz.
https://samba.fhstp.ac.at/