N E W S
Foto: Mag. Anna Nitsch-Fitz
Wer ist Anna Nitsch?

Alle kultur- und filmaffinen Menschen in Wien und auch Wienbesucher sollten diesen Namen sofort mit dem ältesten noch bespielten Kino der Welt, den Breitenseer Lichtspielen in 1140 Wien, assoziieren (Menschen mit eingeschränktem Namensgedächtnis sei verziehen). Ein Stück Wien, das nicht nur der heimischen Bevölkerung jeden Alters bekannt sein, sondern auch allen Besuchern der Stadt näher gebracht und zugänglich gemacht werden sollte.
Wer den Schritt in diese kleine, ganz besondere Welt bislang versäumt hat, sollte ihn bald wagen, bevor es vielleicht nie wieder möglich sein wird: In einer ganz besonderen Atmosphäre auf einen Menschen zu treffen, der mit echter Hingabe und vollem Engagement ein kleines Stück Kultur am Leben erhält, und dann auf ungepolsterten, liebevoll restaurierten Holzstühlen Stummfilme, live am Klavier begleitet von Gerhard Gruber, Dokumentarfilme, Retrospektiven, aber auch Modern Arthouse oder österreichische Filme zu genießen.
Die Betreiberin von Wiens ältestem Kinos hegt und pflegt dieses historische Kleinod nicht nur, sie lebt dafür und „spendet“ dafür auch Teile ihrer Pension, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können. Liebevoll wählt sie das Programm aus und zeigt, „um keine Besuchergruppen zu benachteiligen, nicht die Filme, die in den Kinocentern ,ausgepresst’ werden, sondern ein Programm für unterschiedliche Zielgruppen“ – Familienkino, Unterhaltsames für Omis mit Enkelkindern ebenso wie künstlerisch wertvolle Filme für Studenten und Cineasten und Special (Film-)Events wie Leinwand-Lyrik-Abende oder Strickkino. Filme österreichischer Filmschaffender stehen regelmäßig auf dem Programm, auch lang nach deren offiziellem Kinostart.
Der Kinosaal kann – mit oder ohne Filmvorführung - für Firmenfeiern, private Feste, Kindergeburtstage (mit passendem Kinderfilm), private Kinovorführungen oder ähnliche Veranstaltungen für bis zu 120 Personen gemietet werden. Auch das Abspielen privater DVDs und Blu-ray-Discs ist möglich.
Im Jahr 1905 von Theresia und Eduard Guggenberger als Zeltkino gegründet und seit 1909 im damals neu errichteten Haus in der Breitenseerstraße 21 im 14. Bezirk, erstmals unter dem Namen Breitenseer Lichtspiele betrieben, wurden diese 1969 von Mag. Anna Nitsch-Fitz übernommen. Im Jahr 2005 wurde das BSL-Kino 100 Jahre alt und gleichzeitig zum ältesten bespielten Kino in Wien.
„Ich bin im Nußdorfer-Kino meiner Großmutter aufgewachsen und wollte 1969 nach dem Tod meiner Großmutter und der Schließung ihres Kinos nicht ohne Kino weiterleben. Bereits ein paar Monate später erwarb ich das wesentlich kleinere (201 statt 483 Plätze) Kino, die Breitenseer Lichtspiele (BSL). Heute hat das BSL nur mehr 168 Plätze. Ich habe es trotz Liebhaberei bis heute nicht bereut, obwohl es viel Arbeit bedeutet, das Kino zu betreiben,“ erzählt Anna Nitsch, die erneut um den Fortbestand ihres Kinos kämpfen muss.
Der Kulturverein B.S.L. bemüht sich, diese traditionsreiche Institution der Vorstadtkultur zu unterstützen und die Kinokultur in breiten Kreisen der Bevölkerung zu pflegen. Mit einem Jahresbeitrag von 50 Euro kann man den Kulturverein dabei unterstützen und erhält zudem vergünstigte Eintrittskarten (z. B. für normale Vorstellungen statt 8,50 Euro um nur 7 Euro).
In diesen im Vergleich zu durchschnittlichen Kinopreisen sehr niedrigen Preisen ist ein besonderes Kinoerlebnis bereits enthalten. Das Programm wird täglich auf der Facebook-Seite der Breitenseer Lichtspiele veröffentlicht.
Alle Informationen, auch für jene, die den Erhalt des Kinos mit Spenden unterstützen möchten, findet man auf:
www.bsl-wien.at