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Dezember 2019
Nr. 245


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Diese Frage stellte Elisabeth Scharang, Vorstandsmitglied des Verbandes Filmregie, an Franz Novotny und fügte hinzu: „Ich hab keinen!“ Szenen von einem Abend im Odeon-Theater, an dem der Verband Filmregie Österreich seinen 30. Geburtstag feierte, skizziert von Wolfgang Ritzberger.

Der Verband Filmregie Österreich, 1989 unter dem Namen Verband
der Filmregisseure Österreichs gegründet, vertritt die Interessen
österreichischer Filmregisseurinnen und regisseure.
Foto: Elisabeth Uhl

night/int - Theatersaal
Auf der Bühne stehen die Moderatoren des Abends, Kurdwin Ayub und Daniel Hoesl, und schauen ins Publikum, die Tribüne ist voll besetzt.

KURDWIN AYUB
Ah, da ist sie also versammelt,
die gesamte Regiebagage.
Stell dir vor, die Tribüne kracht jetzt zusammen,
dann sind die alle ...

DANIEL HOESL
Ja, und wir könnten dann übernehmen.

Gelächter, anscheinend will niemand daran glauben. Später wird DANIEL HOESL alle bitten, sitzen zu bleiben und das Ticken unter dem Sitz zu ignorieren. Nur die Gäste dürfen raus, die Mitglieder müssen bleiben, angeblich für ein Foto.

night/int - Theatersaal
Wechsel der Lichtstimmung, es tritt auf: DER VORSTAND.
DER VORSTAND reflektiert nicht nur die 30 Jahre seit der Gründung, sondern postuliert auch konkrete Forderungen für die Zukunft. Kurzer Gegenschnitt auf die amtierende Kulturstadträtin der Stadt Wien, sie wird erst später zu Wort kommen. DER VORSTAND fordert eine gerechtere Verteilung der Mittel zwischen männlichen Regisseuren und weiblichen Regisseurinnen, generell eine Umverteilung der für Kultur gewidmeten Fördergelder in Richtung Film und eine jährliche Anpassung der Höhe der Fördertöpfe. Zudem verlangte er einmal mehr, dass Referenzmittel 50:50 zwischen Produzent/Produzentin und Regisseur/Regisseurin, geteilt werden sollten. DER VORSTAND formuliert zu guter Letzt noch so etwas wie eine Liebeserklärung an den Film, Film sei Teamarbeit, viele wunderbare Menschen tragen zum Gelingen bei und beschenken den Regisseur  / die Regisseurin mit ihren Ideen und ihrem Können.

night/int - Theatersaal
Am vom Publikum aus gesehen linken Rand der Bühnenfläche, die zwischen den Säulen definiert ist, nehmen auf drei Sesseln KITTY KINO, ELISABETH SCHARANG und PAULUS MANKER platz. Vorstandsmitglied ELISABETH SCHARANG interviewt die beiden über die Gründung des Verbandes vor 30 Jahren. KITTY KINO erzählt von ihren ersten Schritten als Regisseurin. An der Filmakademie hätte ihr jeder gesagt, das kannst’ getrost vergessen. Als Frau wirst du nie Regie führen. Nach der Einführung der Filmförderung Anfang der 80er Jahre wäre sie eine der ersten Antragstellerinnen gewesen, und ihr Projekt wurde auch gleich abgewiesen. Sie kam dann nur zum Zug, weil ein anderes Projekt abgesagt wurde - so entstand ihr viel beachteter Film „Karambolage“. PAULUS MANKER, der als treibende Kraft der Gründung des Verbandes apostrophiert wird, kommentiert das Foto von der Gründung auf dem unter anderem Michael Haneke, Wolfgang Glück, Dieter Berner, Franz Novotny, Milan Dor und er selbst zu sehen sind. Er berichtet von den Auseinandersetzungen mit den Produzenten, die schreiend meinten, das wäre ihr Geld, sie würden ja alles bezahlen.


Mehr über die Geschehnisse des Abends im Odeon-Theater, an dem der Verband Filmregie Österreich (www.austrian-directors.com) sein 30-jähriges Bestehen feierte, berichtet Wolfgang Ritzberger ab Seite 36 der aktuellen Ausgabe von MEDIA BIZ.

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