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Sommer 2019
Nr. 241


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MEDIA BIZ digital


Mag.
Katja Dor
Foto: Minifilm/Dor
Konflikte in der Filmbranche

Über den Schwerpunkt Gruppendynamik für angehende Produzentinnen und Produzenten und Regisseurinnen und Regisseure sprach Katja Dor mit Wolfgang Ritzberger.

Einem Vorschlag von Katja Dor entsprechend, Gruppendynamik in den erweiterten Lehrplan und das Angebot solcher Seminare im Rahmen der Ausbildung zur Produzentin bzw. zum Produzenten und später auch in der Ausbildung zur Regisseurin bzw. zum Regisseur aufzunehmen, wurde 2017 erstmals an der Filmakademie Wien ein Gruppendynamikseminar angeboten.

Wenn ich in deinem Beitrag von gemeinsamen Zielen lese, dann fällt mir sofort der Klassiker eines Konfliktes beim Drehen ein: Wer hat das beste Bild, wer den besten Ton! Also um es zu simplifizieren, der Boomer möchte sein Mikro so weit wie möglich hineinhängen, der Kameramann will sein Bild frei haben - ist es so simpel?
Im Grunde genommen ja. Es ist auch verständlich, wenn jedes Gewerk für sich die besten Voraussetzungen schaffen möchte, um die beste Leistung erreichen zu können. Wenn man aber begreift, dass alle am Set das gemeinsame Ziel haben, einen guten Film zu machen, und dass dies nur dann möglich wird, wenn für alle bestmögliche Bedingungen für ihre Arbeit ermöglicht werden - dann wird klar, dass man sich mit den anderen arrangieren muss.

Nachgefragt, was müsste man beiden sagen, damit sie beide ein gleiches Ziel verfolgen.
Wenn man beim Beispiel Kamera und Ton bleiben will, muss man sich in Erinnerung rufen, dass die Filmkunst in einer Zeit entstanden ist, in der es im Kino noch keinen Ton gab. Der Ton hat sich im Laufe der Filmgeschichte sozusagen am Filmset „dazu gedrängt". Eine quasi historisch bedingte Rivalität, die dann gefährlich für die Dreharbeiten wird, wenn die Argumentation und Kompromissbereitschaft nicht mehr sachlich begründet, sondern zum Machtspiel der agierenden Personen wird. Das trifft auf alle Gewerke zu. Solange es um die Sache, um die bestmögliche Verwirklichung des gemeinsamen Ziels geht, können Konflikte zu konstruktiven Lösungen führen. Wenn es in Konflikten jedoch um persönliche Befindlichkeiten und Eitelkeiten geht, hat das destruktive Auswirkungen auf das ganze Team.  

Über gemeinsame Ziele, persönliche Interessen und gruppendynamische  Prozesse diskutieren Katja Dor und Wolfgang Ritzberger – nachzulesen ab Seite 35 der aktuellen Ausgabe von MEDIA BIZ.
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