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Dezember 2018
Nr. 236


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MEDIA BIZ digital
Kulturelles Gedächtnis Österreichs

Wie jeder öffentlich-rechtliche Sender ist auch der ORF mit seinem Archiv Hüter eines einzigartigen und wertvollen Repositoriums von nationaler Bedeutung. Mit dem Projekt DiMi - Digital Migration - hat der ORF im Sommer 2015 einen Prozess eingeleitet, der sowohl den Zyklus der kostspieligen Übertragung von analogen Medienformaten beendet als auch diese wertvollen Ressourcen für zukünftige Programmmacher und Zuschauer leicht zugänglich macht.
Text: Gabrielle Schultz


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Foto: NOA

Ein kleiner Blick zurück nach vorn: Der 12. November 1918 ist der Geburtstag der Republik Österreich. Der Erste Weltkrieg ist zu Ende, die Habsburgermonarchie zerfallen. Anlässlich 100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs und des 100. Jahrestages der Gründung der Republik zeigte der ORF im Oktober und November 2018 einen umfangreichen TV-Programmschwerpunkt. Kurzspots mit Originalzitaten vermittelten in ORF eins, ORF 2, ORF III, auf ORF.at und in der ORF-TVthek Einblicke in das politische Chaos in den Tagen des Novembers 1918. Dank der bereits 2015 gestarteten digitalen Migration von rund 600.000 Videobändern kam das Fernsehpublikum in den Genuss wertvoller Programmschätze. Aber nicht nur historische Aufnahmen erleben derzeit eine Renaissance am Fernsehschirm, sondern auch so beliebte Fernsehsendungen und Serien wie „Der Herr Karl“, „MA 2412“, „Kottan ermittelt“ oder „Alltagsgeschichten“ werden migriert.

Täglich bis zu 50 Stunden neues Material

Mag. Herbert Hayduck, Leiter der ORF- TV-Hauptabteilung Multimediales Archiv:  Das Projekt Digitale Migration ist eine strategische Investition in zu- künftige ORF-Programme und in das kulturelle Gedächtnis Österreichs.
Foto: ORF
Seit den fünfziger Jahren sendet und archiviert der ORF kontinuierlich Fernsehinhalte , täglich kommen derzeit bis zu 50 Stunden neues Material hinzu. Dieses ständig wachsende Archiv stellt klare operative Herausforderungen an den ORF: Sowohl in Wien als auch in den Landesstudios nimmt das Archiv viel Platz ein; darüber hinaus musste der ORF mit zunehmender Überalterung der Bandformate die Aufnahme- und Wiedergabegeräte über ihre Nutzungsdauer hinaus warten, was zusätzliche Kosten verursachte. Aber auch das Durchsuchen von Archivinhalten gestaltete sich für Programmmacher zunehmend schwierig, so lange diese nur auf teilweise überholten Videobändern gespeichert waren, was dazu führte, dass viele Aufnahmen ungenutzt im Archiv lagerten. Und wenn physisches Material angefordert wird, ist der Prozess der Lokalisierung, Disposition und Rückgabe der Bänder und Kassetten zeitaufwändig, teuer und gefährdet zudem die wertvollen Inhalte, die auf diesen empfindlichen Medien gespeichert sind.

„Es war an der Zeit, das physische Bandarchiv in eine dateibasierte Ressource umzuwandeln, den Archivspeicher drastisch zu modernisieren und den Zugriff auf Archivmaterial für Programmgestalter direkt und kostengünstig zu ermöglichen. Rund 80 Prozent der Inhalte sind derzeit im IMX- oder Digital-Betacam-Format gespeichert und werden seit Ende 2015 auf Festplatte migriert und für nachfolgende Generationen gesichert“, erklärt Mag. Herbert Hayduck, Leiter der ORF-TV-Hauptabteilung Multimediales Archiv.

Mehr über das Projekt DiMi – Digital Migration, über die technischen Partner und die Technologie, die es ermöglicht, diese enormen Migrationen effizient zu bewältigen, erfahren Sie ab Seite 36 der Dezember-Ausgabe von MEDIA BIZ.
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