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Dezember 2019
Nr. 245


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Connecting Austria to the world

So könnte man, meinen Martin Fellner und Walter Winzel schmunzelnd, TV-Connect, das gemeinsame Unternehmen der beiden, in vollem Wortlaut TV-Connect Broadcast Systems GmbH, beschreiben. Im Gespräch mit Sylvia Bergmayer stellte sich heraus, dass diese Beschreibung durchaus zutreffend ist.

v.li.: Martin Fellner und Walter Winzel
Foto: ARCHIV

Technisches Equipment von TV-Connect war unter anderem bei der Fußball-WM in Russland, der Alpinen Ski-WM in Aare oder der nordischen WM in diesem Frühjahr in Seefeld im Einsatz. „Unsere Kunden haben mit unseren Geräten die Bilder dieser Großevents nach Österreich gebracht, von der Fußball-WM in Russland letztes Jahr erstmals in 4K. Dabei ist jedes Signal, egal aus welchem Zipfel der Welt, über unsere Geräte, über unsere Net Insight-Knoten, gelaufen“, erklärt Martin Fellner.
„Diese nicht unbedingt kleinen Projekte“, ergänzt Walter Winzel, „sind in bester Zusammenarbeit mit unseren Kunden, die sich da wirklich hineingekniet, vor Ort großartige Arbeit geleistet haben, reibungslos gelaufen. Martin hat die Knoten hier vorinstalliert, zum Kunden geliefert und sie dort entsprechend den Anforderungen verbunden.“

So beschrieben, klingt das alles sehr einfach. „Wenn man weiß, wie“, meint Martin Fellner, „ist es das auch.“ Betritt man die Geschäftsräume von TV-Connect, ahnt man nicht gleich, dass hier Konzepte entwickelt werden, die es ermöglichen, Österreich mit der Welt zu verbinden. Im Serverraum rauscht und blinkt es zwar betriebsam, dennoch wirkt alles sehr aufgeräumt, vor allem die wenigen sichtbaren Glasfaser- und sonstigen Kabel rund um die Gerätschaft von Herstellern von Barnfind bis Net Insight. Geräte von Barnfind sind übrigens seit zwei Jahren für die Produktion der Übertragung des Neujahrskonzertes im Einsatz.

Walter Winzel ist für die administrativen Bereiche, Martin Fellner für die Technik verantwortlich. Gestartet haben sie vor zehn Jahren, mit 1. Juli 2009, und von Beginn an, sind sich die beiden einig, hat sich TV-Connect viel besser entwickelt, als sie jemals zu hoffen gewagt hatten. Von der ursprünglichen Ausrichtung, Equipment-Verkauf und Service, der erste Auftrag umfasste Kreuzschienen-Erweiterungen, hat sich TV-Connect rasch zum Projektanbieter entwickelt. Rückhalt haben die beiden aufgrund der davor aufgebauten Vertrauensbasis von Unternehmen wie T-Vips, jetzt Nevion, vom Start weg bekommen. „Eines unserer ersten Projekte haben wir mit T-Vips realisiert“, erklärt Walter Winzel. „Über Einspielstationen, über die Kameraleute die aktuellen Bilder zur Regie überspielen konnten, haben wir Material von Klagenfurt, Innsbruck und von Südtirol direkt nach Salzburg übertragen.“ Eine damals hinsichtlich Zuverlässigkeit der Bandbreite noch sehr spannende Sache, die aber, so Martin Fellner, „völlig reibungslos und viel sicherer funktioniert hat, als den Kameramann mit der Kassette oder jetzt mit Harddiscs von A nach B zu schicken. Staufrei und wetterunabhängig.

Das Portfolio
Ein weiterer Partner vom Start weg war Envivio, bis dahin, ebenso wie Net Insight, in Österreich noch nicht vertreten. Dazu kamen weitere Hersteller wie Ericsson (jetzt MediaKind) oder Bridge Technologies. „Wir haben rasch unser Ziel erreicht, ein umfassendes Portfolio an Produkten anbieten zu können, die broadcasttaugliche Signale von A nach B übertragen, über jegliches Medium, auch kommende“, erklärt Martin Fellner. „Und die Hersteller, die wir vertreten, viele sind auf uns zugekommen, alles Top-Marken, arbeiten jetzt an Entwicklungen, die in zwei Jahren auf den Markt kommen werden. Mit Envivio, die wir seit deren Start vertreten, haben wir vor rund zehn Jahren die ersten HD-Services in Österreich umgesetzt, mit einem Produkt, das es bis dahin nicht gegeben hatte. Wir waren damals unter den ersten, die in Europa ein auf IP basierendes Headend gebaut haben. Dann sind sehr kurzfristig weitere SD- und HD-Kanäle dazu gekommen. Angefangen haben wir mit zehn, mittlerweile sind wir bei 300, und weitere werden bald dazukommen, mit OTT.“ 

Die Anzahl der Hersteller, die TV-Connect seit Beginn vertritt, hat sich über die Jahre nicht stark verändert. Dazu gekommen ist zur NAB 2018 Grass Valley, seit einiger Zeit unter dem Dach der Belden Gruppe, was sich nun aber wieder ändern soll. Walter Winzel, der sich freut, dass Grass Valley von sich aus auf TV-Connect zugekommen ist, sieht in dem zu erwartenden Besitzerwechsel eine durchaus normale Marktentwicklung: „Grass Valley ist unter Belden gewachsen, hat seine Produktpalette erweitert, und bleibt Grass Valley. Für uns läuft alles reibungslos weiter. Auch die Partnerschaften, die wir in der Anfangsphase aufgebaut haben, sind sehr stabil geblieben. Nur einige Namen der Hersteller haben sich über die Jahre, manche sogar mehrmals, verändert. Anfangs hießen sie Tandberg, Envivio, dann Ericsson, jetzt MediaKind, es sind aber immer noch dieselben. Alle haben akzeptiert, dass wir die einzigen Partner in Österreich sein wollen. Es gibt zwar keine Verträge mehr, die Exklusivität garantieren, aber genau genommen haben wir sie. Kein Distributor aus angrenzenden Ländern verkauft Produkte, die wir führen, nach Österreich, und auch wir bedienen ausschließlich unseren heimischen Markt. Wir führen kaum Geräte, mit denen wir nur Box-Moving machen, liefern uns nicht den Online-Shops, den Preiskriegen bei diversen Produkten aus, die oft schon vor der tatsächlichen Verfügbarkeit entstehen und benötigen auch kein großes Lager. Natürlich haben wir Geräte für Demozwecke oder um, was sehr selten nötig ist, unseren Kunden Ersatzgeräte rasch liefern zu können. Im Projektbereich ist ja die Vorlaufzeit meist von Kundenseite länger. Wir bestellen, bekommen die Geräte bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit, konfigurieren hier im Haus und liefern und installieren. Egal, ob Kreuzschienen oder Bildmischer, das sind Produkte, die man nicht einfach hinstellt, die werden immer auf die Kundenanforderungen hin konfiguriert. Das funktioniert aber nur, wenn man sich mit den Geräten, die man zum Kunden bringt, wirklich auskennt, und darauf hat Martin von Beginn an großes Augenmerk gelegt. Das ermöglicht natürlich auch rasche Hilfestellung bei Problemen. Der Kunde ruft an, das Problem wird telefonisch gelöst, und der Betrieb geht weiter.“ Davon profitiert nicht nur der Kunde, auch die Kilometer, die Martin Fellner jährlich zurücklegen muss, haben sich reduziert.
„Bei uns ruft selten jemand an, um beispielsweise drei Decoder zu bestellen“, ergänzt Fellner. „Wir verkaufen ja in erster Linie Lösungen. Egal, für welches Übertragungsmedium, von ATM, den alten Kupferkabeln, über LWL, 5G, LTE bis Satellit und egal, ob für kleine oder große Bandbreiten. Welche Produkte wir verwenden, von MediaKind bis Net Insight, ist davon abhängig, welche Bandbreite zur Verfügung steht. Und mit unseren Support-Verträgen, egal, ob für Encoder, Kreuzschienen oder Bildmischer, können wir unseren Kunden eine hohe Investitions-Sicherheit bieten. Von der Installation über Support bis zur Wartung bieten wir alles an, auch für 24/7-Playout bei für österreichische Verhältnisse wirklich großen Broadcast-Geschichten. Unsere Produkte sind sehr zuverlässig, wie Nimbra von Net Insight, die ja weltweit im Einsatz sind. Einer der großen Vorteile der Nimbras ist, dass sie im Fall von Netzwerkproblemen sehr schnell herausfinden, was die Ursache dafür ist. Unsere erste Nimbra-Installation war die direkte Anbindung von Wien nach München über Nimbra, und seit sieben Jahren läuft tagtäglich das Signal darüber.“

Mehr über Trends und Geschäftsmodelle, wie 360-Grad als Dienst oder personalisierte Werbung, für deren Umsetzung TV-Connect (www.TV-connect.at) aus technischer Sicht problemlos Lösungen anbieten kann, erfahren Sie ab Seite 18 der aktuellen Ausgabe von MEDIA BIZ.

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