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Dezember 2019
Nr. 245


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MEDIA BIZ digital
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Was wurde beworben?

Schaut man, aus welchem Grund auch immer, Werbeblöcke am Stück oder mehrere Imagefilme, bleibt zwar manchmal die eine oder andere gute Story in Erinnerung, die eigentliche Botschaft aber oft auf der Strecke. Beispiele, die die Botschaft rüberbringen inklusive Aha-Effekten gab es, findet Sylvia Bergmayer, beim Film Forum Austria Fest in Linz zu sehen.

Ein solcher Aha-Effekt ist jedenfalls Christoffer Borggren mit seinem Spot „Equal Pension Day - The bus ride” gelungen. Was mit Zahlenspielen und langwierigen Erklärungen schwer zu vermitteln ist, bringt der Absolvent des Studiengangs MultiMediaArt an der FH Salzburg innerhalb weniger Sekunden auf den Punkt: die Tragweite der Benachteiligung von Frauen bei Pensionszahlungen.

Claus Muhr und Claudia Woitsch
Foto: Wolfgang SIMLINGER

Der 28-jährige Regisseur mit schwedischen Wurzeln wurde in der Kategorie „Future - Der junge Film“ gleich zweifach zum Sieger gekürt,  auch für seinen Spot, „Fragile”, der auf oft nicht als solche erkannte psychische Erkrankungen aufmerksam macht.
„Das Filmdepartment des Studiengangs MultiMediaArt (MMA) der Fachhochschule Salzburg, in dessen Rahmen die beiden Spots entstanden sind, ist sehr stolz auf diese Auszeichnungen“, freut sich Till Fuhrmeister, Studiengangsleitung/Head of Film MultiMediaArt, der die Urkunden und Trophäen stellvertretend entgegennahm. „Die hochprofessionelle Cinematographie der Kameramänner Jakob Neuhauser („Fragile”, https://vimeo.com/321735495) und  Johannes Hagn („Equal Pension Day”, https://vimeo.com/341328539) bringt die Geschichten in eindrucksvollen Bildern auf die Leinwand. So werden die Zuseher über den Bauch im Kopf erreicht, und so muss Werbung sein. Oder wie John Hegarty, BBH London, sagte: „What the heart knows today the head will remember tomorrow. ‚Fragile’ hat in diesem Jahr schon internationale Jurys überzeugt und unter anderem Silber beim ADC Young Ones New York und beim NYF Advertising Festival abgeräumt, was die Qualität und Relevanz des Film Forum Austria demonstriert, welches die beiden Spots mit einem ersten Preis ausgezeichnet hat.“
Die weiteren Gewinnerprojekte in der Kategorie „Future - Der junge Film" - denn beim Film Forum Austria sind alle Nominierten Gewinner - sind ein Portraitfilm der Kunstuniversität Linz, produziert von grauwerk e.u. in Zusammenarbeit mit Studierenden der Zeitbasierten und Interaktiven Medien an der Kunstuniversität Linz, und das Musikvideo „Melo“ des 21-jährigen Musikers, Regisseurs und Studierenden am MMA der FH Salzburg Max Blum.

Einen eigenen Preis für den Nachwuchs zu vergeben, ist für Claus Muhr, selbst Filmschaffender, Branchensprecher in der Wirtschaftskammer OÖ und Initiator des Wettbewerbs, ein besonderes Anliegen. Der 2007 als Film Forum Linz ins Leben gerufene bundesweite Wettbewerb bietet nun jährlich unter dem neuen Namen Film Forum Austria Werbe- und Wirtschaftsfilmschaffenden eine Plattform. Rund zwei Wochen vor Ende der Einreichfrist zweifelte Claus Muhr kurz an seiner Entscheidung für die jährliche Ausrichtung, da bis dahin nur 30 Einreichungen eingelangt waren. Mit letztendlich 78 Einreichungen aus sieben Bundesländern - die letzte kam wenige Minuten vor Ende der Deadline - und vollem Haus bei der Preisverleihung am 19. November wurde er aber in seiner Entscheidung bestätigt.

23 Produktionen haben es unter die Nominierten geschafft - nach vielen Stunden Arbeit der Jury. Der Natur- und Dokumentarfilmer Erich Pröll absolvierte im zweiten Durchgang eine rund siebenstündige Jurysitzung und war beeindruckt von der Vielfalt der Geschichten, die hier erzählt werden, der kreativen Umsetzung, aber auch vom Einsatz neuer Technologien bei einigen der Beiträge. „Für letzteres“, erklärte er lachend „müsste ich einiges nachlernen.“ Wobei der Linzer und international renommierte Naturfilmer, der dieses Jahr seinen 70. Geburtstag feierte, bei seinen mehr als 140 Dokumentarfilmen und einzigartigen Unterwasseraufnahmen, mit denen er sehr spezielle Einblicke in sonst eher verborgene Winkel dieser Welt bietet, immer die jeweils neueste Kameratechnik eingesetzt hat. „Wir haben die Filme alle sehr ausführlich diskutiert. Die Diskussionen fand ich sehr spannend und auch, dass Claudia Woitsch und ich bei den meisten Filmen bei der Punktevergabe übereinstimmten, bei zwei der Beiträge aber völlig konträr lagen. Bei Yvonne Rosé (Art Director Reichl und Partner) war das genau umgekehrt.“
Begeistert und überzeugt haben ihn die Kamera-Arbeit, die großartige Ausleuchtung und die Stimmungen, die Matthias Helldoppler im Film „Qualität Tirol“ erzeugt hat (Produktion: Tiroler Wildruf OG, www.wildruf.com, für Agrarmarketing Tirol), für den Helldoppler mit dem Sonderpreis für die beste Kamera ausgezeichnet wurde.

Mehr über die Gewinnerprojekte, insbesondere über die „Besten der Besten“ in den jeweiligen Kategorien, erfahren Sie ab Seite 21 der aktuellen Ausgabe von MEDIA BIZ und auf www.FilmForumAustria.com.
Die nächste Ausgabe des Film Forum Austria, dem jährlichen Fixpunkt für die österreichische Werbe- und Wirtschafsfilmszene, findet im November 2020 statt.
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