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Dezember 2018
Nr. 236


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MEDIA BIZ digital
Vielfältig und fair

So präsentieren seit 2007 die Veranstalter das Film Forum Linz, das seither im Zweijahres-Rhythmus den österreichischen Werbe- und Wirtschaftsfilmschaffenden eine Plattform bietet. Am 15. November wurden im Rahmen einer Leistungsschau die Sieger in sechs Kategorien gekürt.
Text: Sylvia Bergmayer


Die Gewinner der Kategorien und der Sonderpreise:
Stehend v. l.:
Maria Klimitsch, WKO / Till Fuhrmeister, FH-Prof. FH Salzburg MMA / Bernhard Holzhammer, Wildruf Film / Daniel Bauer, Richard Techt, Shot Shot Shot / Bernhard Pusch, Pusch TV / Dinko Draganovic und Sinisa Vidovic, Forafilm; Sitzend v.l.: Christoph Strobl, Christoph Petrik, Viktos Schaider, Querschuss Film / Claus Muhr, Branchensprecher Film+Musikwirtschaft OÖ / Wolfgang Pastl und Roland Reiter, Prime Concept
Foto: PELZL Roland /cityfoto

Geht man von den in der Kategorie „Future - Der Junge Film“ nominierten Filmen aus, braucht man sich um die Qualität des österreichischen Filmschaffens auch künftig keine Sorgen zu machen. Auffällig, nämlich gleich vier Mal vertreten war die Fachhochschule Salzburg, der fünfte nominierte Beitrag kam von der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz. „Das hängt immer vom Engagement der Lehrer ab“, erklärt Claus Muhr, selbst Filmschaffender und Branchensprecher und Initiator des Festivals. „Till Fuhrmeister von der FH Salzburg ist wirklich engagiert, motiviert die Studierenden, ihre Filme zu präsentieren. Und sie räumen auch international mit ihren Beiträgen immer wieder Preise ab. Die sind auch wirklich gut, die Ausbildung im Bereich Film ist großartig, obwohl das Institut MultiMediaArt heißt.“
Dem Nachwuchs eine Bühne zu bieten, war und ist ein großes Anliegen der Veranstalter, die deshalb als erstes Wirtschaftsfilmfestival in Österreich eine Nachwuchsfilmkategorie geschaffen haben.

Insgesamt 98 Filme aus sieben Bundesländern wurden dieses Jahr in den sechs Kategorien - Image Film, Corporate Video, Technologie Film, TV + Kino Spot, Future - Der Junge Film und Tourismus Film - eingereicht. Über die Jahre sind die Einreichungen aus den Bundesländern sukzessive gestiegen. Wobei gerade aus Vorarlberg, obwohl es da eine florierende Szene gibt, leider sehr wenig kommt, bedauert Claus Muhr. „Aber unser Konzept funktioniert wunderbar. Und wir arbeiten ja immer wieder daran, die Veranstaltung noch attraktiver zu machen. Heuer hatten wir eine spannende Keynote, die Gerhard Kürner von Lunik2 zum Thema: Das Ende des Werbefilms, wie wir ihn kennen’ gehalten hat. Ein wenig provokativ, aufrüttelnd, ganz bewusst aus Werbeagentursicht.“

Moderiert wurde die Veranstaltung im Festsaal der Wirtschaftskammer OÖ erstmals von Gabriele Egger (Marketing und PR der Grand Garage in der Tabakfabrik). „Sie war auch Jurymitglied und deshalb auch sehr gut mit dem Thema und den Beiträgen vertraut. Auf der Bühne haben wir heuer auch weniger Ehrengäste gehabt, dafür das erste Mal wirklich alle Sieger für einige Minuten zu Wort kommen lassen. Als weiteres Zeichen unserer Wertschätzung. Wir müssen uns ja keine Sorgen machen, dass dann die Bühne leer ist. Die Nominierten kommen immer alle zum Festival, da müssen wir uns auch nicht weiter darum kümmern. Hin und wieder ist jemand verhindert, aber es war noch nie der Fall, dass ein Gewinner nicht anwesend war“, freut sich Claus Muhr.

„Wir schauen so gerne den Geschichten zu, die hier erzählt werden“, lautet der Slogan des Festivals und diesem entsprechend ist der Hauptteil des Programmes den nominierten Filmen gewidmet, dieses Jahr 27 an der Zahl, die in voller Länge gezeigt werden. Immerhin bedeutet beim Film Forum Linz nominiert auch zugleich ausgezeichnet. In der Jury, die sich aus Film-, Kommunikations- und Marketing-Experten zusammensetzt, sind bewusst keine Auftraggeber vertreten. Die Jury nominiert mehrere Filme pro Kategorie. Aus den Nominierungen werden bei Preiswürdigkeit Kategorie-Sieger ermittelt. Die Sieger kommen dieses Jahr aus Tirol, Oberösterreich, Wien und Salzburg.  
Mit dem Gedanken, den Wettbewerb jährlich auszurufen, hat Claus Muhr auch schon gespielt: Ich würde ihn sehr gerne jedes Jahr veranstalten, bin aber nicht sicher, ob dann wirklich eine entsprechende Anzahl an Einreichungen kommt. Spannend wäre es schon, denn beim Zwei-Jahres-Rhythmus kommen natürlich auch Beiträge rein, die ‚alt’ sind. Andererseits gibt es mittlerweile diese vielen Werbepreise von der Werbung- und Marktkommunikation, die sich alle auf Foto- und Bewegtbild-Kategorien stürzen.“

Einen Wettbewerb auszurufen, ist natürlich auch mit einem enormen administrativen Aufwand verbunden. Claus Muhr sieht das mittlerweile deutlich gelassener: „In den letzten Jahren war das schon heftig. Heuer haben wir erstmals das Upload-Tool von Alpha Awards aus Wien eingesetzt, das hat wunderbar funktioniert und uns einiges an Administrationsaufwand erspart.“

Den kulinarischen Abschluss des Festivals hat Claus Muhr mit einem Statement verbunden. Kochen als Türöffner zwischen Kulturen nutzt der gemeinnützige Verein „Über den Tellerrand“ (www.ueberdentellerrand.org/linz), der seinen Ursprung in Berlin hat, wo auch die Dachorganisation beheimatet ist. Mittlerweile wird in mehr als 30 Städten über den Tellerrand gekocht, auch in Linz. Der Verein arbeitet mit Geflüchteten und Migranten zusammen. Beim Film Forum Linz wurde zu afghanisch-syrischer Küche Mühlviertler Bier und Weinviertler Wein aufgetischt. Und diese Kombination hat wohl nicht nur Claus Muhr wunderbar gemundet.

Einen Überblick über die Siegerbeiträge finden Sie ab Seite 24 der aktuellen Ausgabe von MEDIA BIZ. Die nächste Ausgabe von Film Forum Linz (www.filmforumlinz.at) findet im November 2020 statt, Einreichungen sind ab September 2019 möglich.
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