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Dezember 2019
Nr. 245


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 Kinder machen Kino , 15. Dezember, ab 10 Uhr: Im Anschluss an die Weltpremie­re von zwei Animationsfilmen werden die jungen Filme-macherInnen zu einem Filmgespräch auf die Bühne gebeten.
Grenzenlos – senza confini

Von 11. bis zum 15. Dezember findet in Villach das K3 Film Festival statt, das heuer unter dem Motto „Welten Raum“ steht. Erstmals wird ein Wettbewerb für Langfilme abgehalten. Dem Kärntnerfilmschaffen ist eine eigene Sektion gewidmet, traditionell stark vertreten sind die Kurzfilme.
Text: Wolfgang Ritzberger

 Sine Legibus 1976 (Milena Olip)
Im 13. Jahr seines Bestehens sind die genetischen Wurzeln des K3 Festivals immer noch deutlich erkennbar, der Kurzfilm. 24 Kurzfilme werden in rund 90 Minuten langen Programmblocks zusammengefasst, darunter etliche Erstaufführungen und etliche Filme aus Österreich, die zum Teil kleine Geschichten erzählen oder sich mit der Geschichte, also der Vergangenheit, beschäftigen. Aber auch der eher experimentelle Film, die Avantgarde, kommt hier zum Zug. Gleich im Eröffnungsblock am Mittwoch „Up and Down, the wheel goes round“, die Österreichpremiere des etwa 12 Minuten langen Films von Christopher Aaron, der ohne Dialoge einen Mann zeigt, der nach einem langen Weg des Suchens und Umherirrens sich wieder in einem Kreislauf findet, aus dem es scheinbar keinen Ausweg gibt. Oder „Persistence Disturbance“ von Laurien Bachmann und Sebastian Six. Die beiden zeigen einen Performer der unermüdlich mit einem Horn hupend durch verschiedene Landschaften der südamerikanischen Anden rennt. In der Freitagsession zeigt uns Markus Maicher seinen „Mountain View“: Drei kontinuierliche Zoombewegungen auf Landschaften werden zu einer diskontinuierlichen Abfolge von Einzelbildern dekonstruiert, so wird der Film im Programmheft beschrieben. Daneben auch jede Menge an erzählten Geschichten und nicht nur aus Österreich. Die Mehrzahl der Kurzfilme kommt aus Slowenien und Italien. 18 Kurzfilme laufen im Kurzfilmwettbewerb. Es wird der Preis der Jury, dotiert mit 1.500 Euro, vergeben und der Preis des Publikums, dotiert mit 800 Euro, der in einer K3-typischen Art und Weise vergeben (besser: ausdiskutiert) wird: in einer offenen Publikumsdiskussion.
Acht Kurzfilme laufen zudem außerhalb des Wettbewerbs in einem eigens für aufstrebende Filmemacher geschaffenen Programm: FRESH UP!

Erstmals wird auch ein Langfilmwettbewerb mit einem Preis gewürdigt – die 5.000 Euro wollen helfen, einen Kinostart zu ermöglichen, wobei in dem Betrag auch 1.000 Euro Sachleistung der Firma CinePostproduction enthalten ist. Sechs Filme sind im Wettbewerb zu sehen, darunter auch der bereits mehrfach ausgezeichnete Film „Space Dogs“ der Kärntnerin Elsa Kremser und des aus Jena stammenden Levin Peter, der die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion kunstvoll verwischt. Ihr dokumentarisches Märchen über Straßenhunde in Moskau erzählt gleichzeitig von der Hündin Laika, die 1957 als erstes Lebewesen in einer Raumkapsel ins All geschossen wurde. Die Moskauer sind angeblich überzeugt davon, dass der Geist Leikas durch die Straßen Moskaus streunt (die Weltraum-Hunde sind ja nie mehr auf die Erde zurückgekehrt). Den Geist Leikas - die Straßenhunde, die Kremser als Protagonisten in den Mittelpunkt stellt -  verbindet sie mit zum Teil noch nie veröffentlichten Aufnahmen aus den Archiven der sowjetischen Raumfahrt in „Space Dogs“. Die in Wolfsberg im Lavanttal geborene Mag. Elsa Kremser hat ihn Wien Filmwissenschaften studiert und wechselte dann an die Filmakademie in Ludwigsburg. Mit der Doku „Nebel“ war sie schon auf der Berlinale, mit Levin Peter hat sie die Produktionsfirma „Raumzeitfilm“ mit Sitz in Wien gegründet. „Space Dogs“ war im Wettbewerb in Locarno vertreten, erhielt eine lobende Erwähnung der Jury, war insgesamt auf mehr als 20 Festivals und gewann auf der Viennale vor einigen Wochen den Wiener Filmpreis und den MehrWert-Filmpreis.

Warum Wolfgang Ritzberger findet, dass - abgesehen vom Flair der Stadt Villach, dem Adventmarkt und der damit verbundenen Stimmung und dem gemütlichen Rahmen - dieser Blick über die Grenzen ein mehr als triftiger Grund ist, diese Tage in Villach zu verbringen, erfahren Sie ab Seite 34 der aktuellen Ausgabe von MEDIA BIZ.

K3 FILM FESTIVAL
11. bis 15. Dezember 2019, Villach

www.k3filmfestival.com
www.facebook.com/K3FilmFestival/
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