N E W S
„Das Wunder von Wörgl“
Foto: epo film /Hendrik Heiden

 The Remains  Nach der Odyssey
Foto: Thimfilm / Navigator
Prix Europa 2019
Nominierungen aus Österreich

Für die 33. Ausgabe des Prix Europa wurden sieben österreichische Produktionen in unterschiedlichen Kategorien nominiert.
In der Kategorie Television Fiction:
„Shillings From Heaven“ / „Das Wunder von Wörgl
Das Wörgler Schwundgeld-Experiment, die mutige Initiative des Wörgler Bürgermeisters während der Weltwirtschaftskrise der 1930-er Jahre, dient als historische Vorlage der Geschichte aus der Feder von Thomas Reider, die unter der Regie von Urs Egger an mehreren Drehorten in Tirol, Südtirol, Bayern, Wien und Niederösterreich verfilmt wurde.
Michael Unterguggenberger (Karl Markovics) wird 1932 per Los zum Bürgermeister der Tiroler Gemeinde Wörgl bestimmt. Wie so viele Gemeinden steht Wörgl vor dem Bankrott. Sparen, lautet das Rezept, das die Krise aber nur weiter vertieft. Arbeitslosigkeit greift um sich – und mit der Arbeitslosigkeit auch der Faschismus. Mit Unterstützung durch seine Frau Rosa (Verena Altenberger) beschließt Unterguggenberger aber, die ihm zugedachte Rolle als Lückenbüßer abzulegen und etwas Neues zu versuchen. Er schafft Arbeit und Hoffnung – dank eigener Währung. Doch nicht alle finden Gefallen am sogenannten Schwundgeld, das zu Vollbeschäftigung und Wohlstand führt.
„Es kommt immer darauf an, was erzählt uns eine Geschichte heute – mir als Individuum, uns als Gesellschaft. Wenn es etwas zu erzählen gibt, ist es zweitrangig für mich, ob das ein historischer Stoff ist oder ein Gegenwärtiger“, so Karl Markovics der erklärt, warum genau diese Geschichte so spannend und aktuell zugleich ist: „Dass man die kapitalistische Marktwirtschaft als etwas Gegebenes hinnimmt, dass man das Zinssystem als etwas Gegebenes hinnimmt, dass man die Börsenspekulationen, die perversen Derivatgeschäfte, die heute ganze Volkswirtschaften in den Ruin treiben, als gegeben hinnimmt – weil es angeblich kein anderes Modell gibt, das die menschliche Zivilisation widerspiegelt – stimmt nicht. Siehe dieses Alternativwirtschaftsmodell aus 1932, das von Michael Unterguggenberger in die Tat umgesetzt wurde und bewiesenermaßen funktioniert hat. Das ist schon unglaublich spannend und das würde mit gewissen Adaptionen auch heute funktionieren können.“ 
Neben Karl Markovics und Verena Altenberger standen unter anderem auch Aaron Friesz, Lisa Marie Trojer, Gerhard Liebmann, Harald Windisch und Andreas Lust vor der Kamera.
Rund 672.000 Zuseherinnen und Zuseher verfolgten die ORF-Premiere am 8. Dezember 2018.
„Das Wunder von Wörgl“ wurde mit dem Fernsehpreis für Erwachsenenbildung in der Kategorie Spielfilm ausgezeichnet und ist eine Koproduktion von epo-film, Film-Line und FreibeuterFilm mit dem ORF, dem BR, ARTE, SRF Schweiz und Rai Bozen.
www.epofilm.com/en/movie/the-money-maker/

In der Kategorie Television Documentary:
„The Remains - After the Odyssey“
In der mit dem Großen Diagonale-Preis Dokumentarfilm 2019 ausgezeichneten Dokumentation eröffnet Nathalie Borgers (Buch und Regie) eine Perspektive der oft zitierten Mittelmeeroute, die in der öffentlich geführten Diskussion nicht vorkommt. Den Blick auf die Zeit danach, den Blick auf die Opfer und auf diejenigen, die zwar lebend Land erreicht, das Erlebte aber noch lange nicht überlebt haben. Auf der Insel Lesbos folgt sie engagierten Helferinnen und Helfern, die Ertrunkene bergen und sich um eine würdevolle Bestattung bemühen. In Wien zeigt sie eine syrische Familie, die während der Flucht 13 Angehörige im Meer verloren hat und verzweifelt nach ihnen sucht.
„The Remains – Nach der Odyssey“ Kinostart Deutschland: 26. September 2919.
Produktion: Navigator Film Produktion KG.
https://nathalieborgers.com/2019/03/05/the-remains/
www.navigatorfilm.com/de/remains/

In der Kategorie Digital Media Projects:
Battle for Cattle“ / Biofaction
https://www.biofaction.com/mc-grease-is-in-da-cows/
https://www.youtube.com/watch?v=buUT7csA3As

Nominiert in der Kategorie „Radio Fiction“ ist das Ö1-Hörspiel „Höllenkinder“ von Gabriele Kögl und die fiktionale Podcast-Serie „Fake News Blues“ www.filmakademie.wien/de/fake-news-blues-podcast-auf-fm4-und-oe1/, https://bruttofilmlandsprodukt.net/podcast91-fakenewsblues/ von Ö1 und FM4.
In der Kategorie „Radio Documentary“ sind zwei Ö1-Hörbilder nominiert: „Mein Glück ist, dass mich mein Glück nicht verlässt. Imre Kormos. Held und Halunke“ von Natasa Konopitzky und „Der Tod des Soumayla Sacko – Erntearbeiter, Gewerkschafter, Afrikaner in Kalabrien“ von Franziska Dorau.
Zudem ist FM4 in der Kategorie „Radio Music Programmes“ für die „FM4 Excursions: Violin Concerto No. 2“ (https://fm4.orf.at/stories/2921464/ ) nominiert.

Die Gewinner des Prix Europa 2019 werden am 11. Oktober 2019 in Potsdam mit bronzenen Stiertrophäen ausgezeichnet.

PRIX EUROPA 6. – 12. Oktober, Potsdam
www.prixeuropa.eu/nominations

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